Night of Light 2021


Foto: Klaus von Jackelmann

Ich habe mich eine ganze Weile nicht gemeldet. Warum? Weil ich Abstand brauchte. Weil ich ausgebrannt war und weil sich irgendwie alles nur noch um die Pandemie und die fatalen Fehler unserer Regierung gedreht hat.

Kurz gesagt: Ich mochte mir selber nicht mehr zuhören.


Ich habe Luft geschnappt, endlich wieder mit Sport begonnen, mich optisch neu definiert und vor allem endlich mal wieder einen echten bezahlten Job gehabt. Ich lebe wieder!


Leider hat sich aber für die Kunst & Kultur und die Event Branche nicht wirklich viel getan.


Foto: Klaus von Jackelmann

Ja, es gibt Konzerte.

Draussen, mit Zuschauerbeschränkung und immer noch vielen Auflagen.

Macht das trotzdem Spaß? Ja, natürlich! Aber kann die Branche damit überleben? Nein, denn wirtschaftlich ist das oft nicht und es sind natürlich viel zu wenige Events um auch nur annähernd in einem zufrieden stellenden Zustand zu sein.


Wir alle hoffen, daß die positive Entwicklung immer so weiter geht und wir uns Schritt für Schritt zurück in unsere Normalität zurück kämpfen. Natürlich haben wir aus dem letzten Jahr gelernt. Wir haben gesehen was wir unbedingt brauchen und auf was wir verzichten können.

Wir haben gelernt, daß wir Dinge zugunsten unserer Umwelt abschaffen oder anders machen müssen.

Und wir haben gelernt, daß wir als Einzelkämpfer nichts ausrichten können.

Wir haben uns in der Alarmstufe Rot zusammengeschlossen. Vor genau einem Jahr haben wir die Night of Light durchgeführt. Keiner von uns hätte gedacht, daß wir dies auch ein Jahr später wieder machen müssten.


Haben wir damit etwas erreicht? Ich muss leider sagen NEIN. Im letzten Jahr hat es die nationale Presse noch interessiert, in diesem Jahr hat die lokale Presse ein paar Randnotizen erstellt.


Damals wie heute wollten wir auf unsere prekäre Situation aufmerksam machen. Wir brauchten Solidarität und Unterstützung der Medien und ja, wir brauchten seelische Unterstützung unserer Mitmenschen.


Und obwohl sich an unserer Situation seit 15 Monaten nichts geändert hat. Obwohl wir noch immer im 1. Lockdown sind. Obwohl sicherlich jeder Deutsche jemanden kennt der in unserer Branche arbeitet und stark betroffen ist. Oder ob jemand nur jemanden kennt der jemand kennt.


Foto: Klaus von Jackelmann

Gestern standen sich die immer gleichen üblichen Verdächtigen am rot angestrahlten Düsseldorfer Rheinturm die Beine in den Bauch. Keine Presse, keine Interessierten, einfach NIEMAND kam vorbei.


Das verstärkt den Eindruck den wir über diese langen 15 Monate gewonnen haben.

Wir sind EGAL.

Ja, dieser schreckliche Begriff der Systemrelevanz trifft auf uns nicht zu.

Die Regierung kann und will auf uns verzichten. Die Konsumenten, unsere Mitmenschen, haben aufgehört uns zu vermissen.

Und für die Presse ist es nicht mehr interessant genug.


Schaut man sich im Social Media um, so sieht man zu den diversen Night of Light Postings Kommentare wie "hach sieht der Turm schön aus" oder "wie romantisch". Was soll ich sagen...


Es fühlt sich an wie langsam zu ertrinken. Man winkt mit den Armen zum Ufer und ruft um Hilfe und die Menschen am trockenen Ufer winken freundlich zurück und sagen "ach wie nett".


Sorry, aber...


Das musste mal raus ;-)

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